Der November ist da, und mit ihm steigen die Heizkosten rapide an. Doch viele Haushalte werfen buchstäblich Geld zum Fenster hinaus – und das oft unbewusst.
Als jemand, der seit Jahren im Haushaltsmanagement tätig ist, sehe ich immer wieder die gleichen kostspieligen Fehler. Die gute Nachricht? Mit ein paar simplen Handgriffen kannst du jeden Monat zwischen 50 und 150 Euro sparen.
1. Heizung nicht entlüftet – 15% mehr Kosten
Gluckernde Heizkörper sind nicht nur nervig, sie kosten richtig Geld. Wenn Luft im System ist, braucht deine Heizung bis zu 15% mehr Energie für die gleiche Wärmeleistung. Der November ist der perfekte Zeitpunkt zum Entlüften – vor der richtig kalten Phase.
So geht’s: Heizung voll aufdrehen, warten bis sie warm wird, dann mit einem Entlüftungsschlüssel (kostet 2 Euro im Baumarkt) das Ventil öffnen, bis Wasser kommt. Fertig. Dauert pro Heizkörper keine 5 Minuten.
2. Zugluft unterschätzt – der unsichtbare Geldfresser
Durch undichte Fenster und Türen entweicht mehr Wärme, als die meisten denken. Eine 2-Millimeter-Ritze an einem durchschnittlichen Fenster entspricht einem 10-Cent-großen Loch in der Wand. Bei fünf Fenstern summiert sich das schnell.
Die Lösung: Dichtungsbänder aus Schaumstoff kosten 5 Euro pro Rolle und halten zwei Winter. Zugluft-Stopper unter den Türen sind ebenfalls Gold wert. Einfach die Hand ans Fenster halten – spürst du einen Luftzug? Dann ran an die Dichtung.
3. Möbel vor Heizkörpern – klassischer Anfängerfehler
Ein Sofa vor dem Heizkörper sieht vielleicht gemütlich aus, verschwendet aber massiv Energie. Die warme Luft kann nicht zirkulieren und bleibt hinter dem Möbelstück gefangen. Das Zimmer wird nicht warm, die Heizung läuft auf Hochtouren – und deine Rechnung explodiert.
Faustregel: Mindestens 30 cm Abstand zu Möbeln und Vorhängen. Auch lange Gardinen, die den Heizkörper komplett bedecken, sind ein No-Go.
4. Falsches Lüften – Energieverschwendung durch Kippfenster
Das gekippte Fenster den ganzen Tag offen lassen? Bitte nicht. Dabei kühlen die Wände komplett aus, und es dauert Stunden, bis der Raum wieder warm ist. Das kostet pro Monat locker 30 bis 40 Euro extra.
Richtig gemacht: Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten, Fenster dabei weit öffnen, Heizung kurz runterdrehen. Die verbrauchte Luft ist raus, die Wände bleiben warm. Drei- bis viermal täglich reicht völlig – und du sparst dabei noch Geld.
5. Wäsche in der Wohnung trocknen – die Schimmel-Falle
Im November trocknet draußen nichts mehr richtig, klar. Aber nasse Wäsche in beheizten Räumen zu trocknen, ist ein teurer Fehler. Die Feuchtigkeit zieht in die Wände, du musst mehr heizen, und das Schimmelrisiko steigt dramatisch.
Die Alternative: Wäsche in einem unbeheizten Raum (Keller, Gästezimmer) mit offenem Fenster trocknen. Oder einen Wäscheständer mit integriertem Ventilator nutzen – kostet 40 Euro, spart aber deutlich mehr pro Winter.
6. Kühlschrank falsch eingestellt – Stromfresser Nummer 1
Im Winter braucht dein Kühlschrank nicht die gleiche Kühlleistung wie im Sommer. Viele lassen die Einstellung aber ganzjährig auf Stufe 5 oder 6. Das kann bis zu 20 Euro pro Monat kosten – völlig unnötig.
Optimal: Im Winter reicht Stufe 2 bis 3 (entspricht etwa 7°C). Teste es mit einem Kühlschrankthermometer. Bonus-Tipp: Der Kühlschrank sollte nie direkt neben der Heizung stehen – das verdoppelt den Energieverbrauch.
7. Wasserverschwendung ignoriert – stille Geldfresser
Eine tropfende Wasserleitung oder eine undichte Toilettenspülung? „Ach, das ist doch nur ein bisschen Wasser.“ Falsch. Ein tropfender Hahn verschwendet bis zu 25 Liter pro Tag. Bei einer defekten Spülung können es sogar 200 Liter sein. Das sind über 100 Euro Mehrkosten im Jahr.
Quick-Check: Paar Tropfen Lebensmittelfarbe ins Spülkastenwasser geben. Färbt sich das Toilettenwasser ohne Spülung? Dann ist die Dichtung kaputt. Kostet 10 Euro im Baumarkt, 15 Minuten Arbeitszeit.
Kleine Änderungen, große Wirkung
Die meisten dieser Fehler zu beheben kostet dich maximal einen Samstagnachmittag und weniger als 50 Euro Materialeinsatz. Dafür sparst du jeden Winter mehrere hundert Euro. Nicht schlecht für einen halben Tag Arbeit, oder?
Der November ist der ideale Monat, um deinen Haushalt winterfest zu machen. Je früher du diese Punkte angehst, desto mehr bleibt am Ende des Winters in deiner Tasche statt bei den Versorgern.


