Waschmittel selber machen: okologisch & günstig

Guten Tag, Markus Weber hier. In meinen 15 Jahren in der Gastronomie habe ich gelernt, wie wichtig Nachhaltigkeit ist. Nicht nur beim Kochen, auch beim Reinigen. Selbstgemachtes Waschmittel ist eine hervorragende Möglichkeit, Plastikmüll zu reduzieren und gleichzeitig Geld zu sparen.

Heute zeige ich Ihnen, wie Sie mit wenigen Zutaten ein effektives Waschmittel herstellen, das Ihre Wäsche genauso sauber bekommt wie gekaufte Produkte.

Das Wichtigste vorweg: Selbstgemachtes Waschmittel ist nicht kompliziert. Sie brauchen keine chemischen Kenntnisse und keine teuren Zutaten. Die Grundrezepte, die ich Ihnen vorstelle, funktionieren zuverlässig und sind erprobt.

Die grundzutaten und ihre wirkung

Für selbstgemachtes Waschmittel brauchen Sie hauptsächlich drei Zutaten: Kernseife, Waschsoda und optional ätherische Öle für den Duft. Kernseife ist der Hauptreiniger und löst Schmutz und Fett. Achten Sie darauf, dass Sie echte Kernseife ohne Zusätze verwenden – palmölfreie Varianten sind aus ökologischer Sicht vorzuziehen.

Waschsoda, auch Natriumcarbonat genannt, verstärkt die Reinigungswirkung und enthärtet das Wasser. Das ist besonders in Regionen mit hartem Wasser wichtig. Waschsoda bekommen Sie in Drogerien oder online, oft unter dem Namen „Reine Soda“ oder „Kristallsoda“.

Verwechseln Sie es nicht mit Natron – das ist etwas anderes und hat eine schwächere Wirkung.

Ätherische Öle sind optional, aber sie geben Ihrer Wäsche einen angenehmen Duft. In der Gastronomie verzichten wir meist darauf, weil wir neutral riechende Wäsche bevorzugen. Für den Heimgebrauch sind Lavendel, Zitrone oder Eukalyptus beliebte Optionen. Verwenden Sie nur echte ätherische Öle, keine synthetischen Duftöle.

Rezept 1: flüssiges waschmittel – der klassiker

Dieses Rezept ist mein persönlicher Favorit, weil es sich leicht dosieren lässt und für alle Waschmaschinentypen geeignet ist. Sie brauchen: 30 Gramm Kernseife, 3 Esslöffel Waschsoda und 2 Liter Wasser. Optional können Sie 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl hinzufügen.

Raspeln Sie die Kernseife mit einer Küchenreibe fein. Je feiner die Späne, desto besser lösen sie sich später auf. Erhitzen Sie einen halben Liter Wasser in einem Topf und geben Sie die Seifenspäne hinein. Rühren Sie bei mittlerer Hitze, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat. Das dauert etwa fünf bis zehn Minuten.

Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie das Waschsoda ein. Vorsicht – es kann etwas schäumen! Gießen Sie das restliche Wasser hinzu und rühren Sie alles gut durch. Lassen Sie die Mischung abkühlen und füllen Sie sie dann in einen sauberen Behälter ab. Das Waschmittel wird beim Abkühlen dickflüssiger, fast gelartig. Das ist normal und kein Fehler.

Vor jeder Verwendung sollten Sie das Waschmittel gut schütteln oder umrühren, weil es sich absetzt. Verwenden Sie etwa 100 bis 150 Milliliter pro Waschgang, je nach Verschmutzungsgrad und Wasserhärte.

Bei stark verschmutzter Wäsche können Sie auch mehr nehmen. In unserer Restaurantküche haben wir die Dosierung über die Zeit perfektioniert – Sie werden Ihre optimale Menge schnell herausfinden.

Rezept 2: Pulver-Waschmittel für einfache lagerung

Wenn Sie flüssiges Waschmittel zu unpraktisch finden, probieren Sie die Pulver-Variante. Sie ist noch einfacher herzustellen und unbegrenzt haltbar. Mischen Sie einfach 100 Gramm fein geriebene Kernseife mit 150 Gramm Waschsoda. Das war’s schon.

Bewahren Sie das Pulver in einem luftdichten Behälter auf. Ein ausgespültes Waschmittel-Gefäß eignet sich perfekt. Verwenden Sie ein bis zwei Esslöffel pro Waschgang direkt in die Trommel zur Wäsche. Bei sehr hartem Wasser oder stark verschmutzter Wäsche nehmen Sie etwas mehr.

Der Vorteil dieser Methode: keine Wartezeit, keine Gelbildung, kein Umrühren vor der Verwendung. Ich persönlich bevorzuge das Pulver für meine private Wäsche zu Hause, weil es so unkompliziert ist. In der Gastronomie verwenden wir aber weiterhin flüssiges Waschmittel, weil es sich besser dosieren lässt.

Zusätze für besondere anforderungen

Für weiße Wäsche können Sie Ihrem selbstgemachten Waschmittel Zitronensäure hinzufügen. Sie wirkt als natürlicher Bleichverstärker und hält weiße Textilien strahlend. Geben Sie etwa einen Esslöffel Zitronensäure pro Waschgang direkt in die Trommel. Bei Buntwäsche sollten Sie darauf verzichten, da Zitronensäure die Farben ausbleichen kann.

Für stark verschmutzte Arbeitskleidung oder Küchenkleidung, wie wir sie in Restaurants tragen, können Sie etwas Gallseife hinzufügen. Reiben Sie etwa 10 Gramm Gallseife mit in das Waschmittel. Die Gallseife verstärkt die fettlösende Wirkung erheblich. Das ist besonders bei ölverschmutzter Wäsche hilfreich.

Als Weichspüler-Ersatz eignet sich Essig hervorragend. Geben Sie etwa 50 Milliliter Essig ins Weichspülerfach. Der Essig macht die Wäsche weich und neutralisiert Gerüche. Keine Sorge – Ihre Wäsche riecht nach dem Trocknen nicht nach Essig. Der Geruch verfliegt vollständig. In der Gastronomie nutzen wir diese Methode seit Jahren.

Was Sie bei selbstgemachtem waschmittel beachten müssen

Selbstgemachtes Waschmittel enthält keine Enzyme wie kommerzielle Produkte. Das bedeutet, Flecken sollten Sie vorbehandeln. Geben Sie etwas Kernseife oder Gallseife direkt auf den Fleck und lassen Sie sie kurz einwirken, bevor Sie das Kleidungsstück in die Waschmaschine geben. Diese Vorbehandlung ist in der Gastronomie Standard – auch mit gekauftem Waschmittel.

Bei sehr hartem Wasser kann es zu Kalkablagerungen in der Waschmaschine kommen. Lassen Sie einmal im Monat einen leeren Waschgang mit einem Liter Essig laufen.

Das entkalkt die Maschine und hält sie sauber. Diesen Wartungsgang sollten Sie ohnehin regelmäßig durchführen, egal welches Waschmittel Sie verwenden.

Verwenden Sie selbstgemachtes Waschmittel nicht für Wolle oder Seide. Diese empfindlichen Fasern brauchen spezielle, pH-neutrale Waschmittel. Für normale Baumwolle, Leinen und Mischgewebe funktioniert es aber hervorragend. In der Gastronomie waschen wir hauptsächlich robuste Baumwollware – dafür ist selbstgemachtes Waschmittel ideal.

Dosierung und waschergebnisse

Die richtige Dosierung hängt von mehreren Faktoren ab: Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Wäschemenge. Beginnen Sie mit der empfohlenen Menge und passen Sie nach Bedarf an.

Bei weichem Wasser brauchen Sie weniger, bei hartem mehr. In München haben wir relativ hartes Wasser – ich verwende etwa 150 Milliliter flüssiges Waschmittel pro Waschgang.

Die Waschergebnisse sind bei normaler Verschmutzung genauso gut wie mit gekauftem Waschmittel. Die Wäsche wird sauber, riecht frisch und fühlt sich angenehm an. Bei stark verschmutzter Wäsche oder hartnäckigen Flecken müssen Sie eventuell höher dosieren oder vorbehandeln. Das ist aber auch bei kommerziellem Waschmittel oft nötig.

Ein ehrlicher Hinweis: Selbstgemachtes Waschmittel schäumt weniger als gekauftes. Viele Menschen denken, viel Schaum bedeutet gute Reinigung. Das stimmt nicht. Der Schaum ist nur ein optischer Effekt durch zugesetzte Schaumbildner.

Die Reinigungswirkung hat nichts mit dem Schaum zu tun. In Profiwaschmaschinen in der Gastronomie verwenden wir sogar oft Entschäumer.

Kosten und umweltbilanz

Die Herstellung von zwei Litern flüssigem Waschmittel kostet Sie etwa einen Euro. Das reicht für 15 bis 20 Waschgänge. Im Vergleich dazu kostet gekauftes Waschmittel pro Waschgang oft das Doppelte oder Dreifache. Die Ersparnis summiert sich schnell. In einem Restaurant mit täglichen Wäschen ist das ein erheblicher Kostenfaktor.

Die Umweltbilanz ist deutlich besser als bei konventionellem Waschmittel. Sie sparen Plastikverpackungen, vermeiden unnötige Chemikalien und reduzieren Ihren ökologischen Fußabdruck.

Die Inhaltsstoffe sind biologisch abbaubar und belasten das Abwasser kaum. Das ist mir persönlich sehr wichtig – Nachhaltigkeit sollte nicht beim Kochen aufhören.

Haltbarkeit und aufbewahrung

Flüssiges Waschmittel ist etwa drei bis sechs Monate haltbar, wenn Sie es kühl und dunkel lagern. Wenn es zu riechen beginnt oder sich Schimmel bildet, entsorgen Sie es. Das passiert aber selten, wenn Sie sauber arbeiten und das Waschmittel in einem geschlossenen Behälter aufbewahren.

Pulver-Waschmittel ist praktisch unbegrenzt haltbar, solange Sie es trocken lagern. Feuchtigkeit lässt es verklumpen, aber die Wirkung bleibt erhalten. Ich bewahre mein Pulver in einem alten Einmachglas auf – das sieht gut aus und funktioniert perfekt.

Selbstgemachtes Waschmittel ist eine realistische Alternative zu gekauften Produkten. Es funktioniert, spart Geld und schont die Umwelt. Die Herstellung dauert nur etwa 15 Minuten und ist wirklich einfach. Ich persönlich stelle mein Waschmittel seit etwa drei Jahren selbst her und bin sehr zufrieden damit.

Probieren Sie es einfach aus. Beginnen Sie mit einer kleinen Menge und testen Sie, ob es für Sie funktioniert. Nicht jeder kommt damit zurecht, und das ist völlig in Ordnung. Aber vielleicht entdecken Sie wie ich, dass selbstgemachtes Waschmittel eine praktische und befriedigende Sache ist.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Ihr Markus Weber

Rate this post
Markus Weber

Markus Weber

Markus Weber ist gelernter Koch und leidenschaftlicher Haushaltsexperte aus München. Nach 15 Jahren in der Gastronomie hat er seine Leidenschaft für einfache, alltagstaugliche Rezepte und clevere Haushaltstricks entdeckt.Markus glaubt daran, dass gutes Kochen und ein organisierter Haushalt nicht kompliziert sein müssen. Seine Tipps sind praxiserprobt und für jeden umsetzbar.Wenn er nicht gerade in seiner Küche experimentiert, genießt er Zeit mit seiner Familie und seinem Golden Retriever Bruno.

Alle Artikel von Markus Weber →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert