Guten Tag, Markus Weber hier. Nach 15 Jahren in der Gastronomie weiß ich, wie wichtig gepflegte Kleidung ist. Unsere Serviceuniformen müssen immer tadellos aussehen. Pilling – diese kleinen Knötchen auf Stoff – ist dabei ein ständiger Kampf.
Heute zeige ich Ihnen fünf Methoden, die wirklich funktionieren, um Pilling zu entfernen und vorzubeugen.
Pilling entsteht durch Reibung. Lose Fasern verheddern sich an der Oberfläche und bilden kleine Knötchen. Besonders betroffen sind Mischgewebe mit synthetischen Fasern. In Restaurants sehen wir das Problem vor allem bei Polyester-Baumwoll-Mischungen, die bei Uniformen häufig verwendet werden.
Methode 1: fusselrasierer – der klassiker
Ein elektrischer Fusselrasierer ist die effektivste Methode gegen Pilling. Das Gerät rasiert die Knötchen ab, ohne den Stoff zu beschädigen. In der Gastronomie haben wir immer einen Fusselrasierer zur Hand – vor jeder Schicht werden die Uniformen damit bearbeitet.
Spannen Sie den Stoff straff und führen Sie den Rasierer in gleichmäßigen Bahnen darüber. Arbeiten Sie nicht zu fest auf, sonst können empfindliche Stoffe beschädigt werden. Leeren Sie den Auffangbehälter regelmäßig, damit die Klinge frei arbeiten kann.
Ein guter Fusselrasierer kostet 15 bis 30 Euro und hält Jahre.
Methode 2: fusselstein für unterwegs
Ein Fusselstein ist ein Bimsstein speziell für Textilien. Er funktioniert mechanisch durch Reibung und braucht keinen Strom. Perfekt für unterwegs oder wenn kein Fusselrasierer zur Hand ist. In meiner Tasche habe ich immer einen kleinen Fusselstein – man weiß nie, wann man ihn braucht.
Reiben Sie sanft über die betroffenen Stellen. Der Stein löst die Knötchen, die Sie dann abbürsten oder absaugen können.
Diese Methode ist sanfter als der Fusselrasierer, dauert aber länger. Für empfindliche Stoffe wie Kaschmir ist sie ideal.
Methode 3: klebeband als notlösung
In der Not tut es auch starkes Klebeband. Wickeln Sie es mit der klebenden Seite nach außen um Ihre Hand und tupfen Sie die gepillte Stelle ab. Die Knötchen bleiben am Klebeband hängen. Diese Methode funktioniert überraschend gut bei leichtem Pilling.
Verwenden Sie Paketklebeband oder Gewebeband, kein normales Tesafilm. Das klebt zu wenig. In Restaurants nutzen wir diese Methode, wenn vor dem Service keine Zeit für den Fusselrasierer bleibt. Schnell und effektiv.
Methode 4: einwegrasierer für dunkle stoffe
Ein normaler Einwegrasierer funktioniert ähnlich wie ein Fusselrasierer. Besonders bei dunklen Stoffen, wo Pilling stark auffällt, ist diese Methode praktisch. Führen Sie den Rasierer vorsichtig über die Oberfläche – die Klingen schneiden die Knötchen ab.
Arbeiten Sie mit leichtem Druck und in eine Richtung. Zu viel Druck kann Löcher verursachen. Diese Methode erfordert Übung und Fingerspitzengefühl. Ich empfehle sie nur bei robusten Stoffen wie Jeans oder dicken Pullovern.
Methode 5: fusselb ürste für die Pflege
Eine Fusselbürste entfernt zwar kein starkes Pilling, aber sie hilft bei der Vorbeugung. Nach jedem Tragen bürsten Sie die Kleidung ab. Das entfernt lose Fasern, bevor sie sich verheddern können. In der Gastronomie gehört das Bürsten der Uniformen zur Routine.
Bürsten Sie immer in eine Richtung, niemals hin und her. Bei Strickwaren bürsten Sie von oben nach unten, bei Webwaren in Richtung der Faser. Diese Pflege verlängert die Lebensdauer Ihrer Kleidung erheblich.
Pilling vorbeugen – wichtiger als entfernen
Waschen Sie empfindliche Kleidung auf links. Das schützt die Außenseite vor Reibung in der Trommel. Verwenden Sie das Schonprogramm und schleudern Sie nicht zu stark. In Restaurants waschen wir Uniformen grundsätzlich auf links – das hat die Pilling-Rate drastisch reduziert.
Trennen Sie Reißverschlüsse und Klettverschlüsse vor dem Waschen. Diese rauen Oberflächen verursachen besonders viel Reibung und damit Pilling. Schließen Sie Reißverschlüsse, öffnen Sie Knöpfe. Diese einfache Maßnahme macht einen großen Unterschied.
Welche stoffe sind besonders anfällig?
Polyester-Mischgewebe pillen am meisten. Die synthetischen Fasern sind glatt und elektrostatisch aufgeladen, was Verheddern begünstigt. Reine Baumwolle oder Wolle pillt weniger, weil die Fasern natürliche Haken haben, die sie verankern. In der Gastronomie bevorzugen wir daher hochwertige Mischungen mit hohem Naturfaseranteil.
Auch die Qualität zählt. Billige Stoffe mit kurzen Fasern pillen schneller als hochwertige mit langen Fasern. Bei wichtiger Kleidung lohnt sich die Investition in Qualität. Das habe ich in 15 Jahren gelernt – Qualität zahlt sich langfristig immer aus.
Pilling ist ärgerlich, aber beherrschbar. Mit einem guten Fusselrasierer und der richtigen Pflege halten Sie Ihre Kleidung lange schön. In der Gastronomie haben wir hohe Standards – diese Methoden erfüllen sie.
Investieren Sie in einen Fusselrasierer, er wird Ihr bester Freund werden.


