Adventskranz entsorgen: So machen Sie es richtig (viele machen diesen Fehler)

Die Weihnachtszeit ist vorbei, die Kerzen sind heruntergebrannt und der einst so prächtige Adventskranz hat seine besten Tage hinter sich. Jetzt stellt sich die Frage: Wohin mit dem vertrockneten Grün? Was so simpel erscheint, wird für viele Deutsche zum ökologischen Stolperstein. Denn der häufigste Fehler beim Entsorgen des Adventskranzes kostet nicht nur Geld, sondern schadet auch der Umwelt.

Millionen von Adventskränzen landen jährlich im falschen Müll. Die Folge: verstopfte Sortieranlagen, zusätzliche Kosten für die Kommunen und verpasste Chancen für nachhaltiges Recycling. Dabei ist die richtige Entsorgung kinderleicht – wenn man weiß, worauf es ankommt. Zeit, mit den Mythen aufzuräumen und den grünen Weg zu zeigen.

Der größte Fehler: Adventskranz in den Restmüll

Der klassische Fehler passiert in deutschen Haushalten millionenfach: Der komplette Adventskranz wandert unzerlegt in die schwarze Tonne. Das ist nicht nur falsch, sondern auch teuer. Restmüll kostet Kommunen durchschnittlich 150 Euro pro Tonne – Geld, das letztendlich alle Bürger über Gebühren zahlen.

Besonders problematisch wird es, wenn Drahtgestelle, Kerzenreste und Plastikschmuck mit entsorgt werden. Diese Materialien gehören definitiv nicht in den Biomüll und können teure Reparaturen in Kompostieranlagen verursachen. Ein einziger Metalldraht kann Schäden von mehreren tausend Euro anrichten.

Die Realität in deutschen Sortieranlagen ist ernüchternd: Etwa 30 Prozent aller Adventskränze werden falsch entsorgt. Das bedeutet zusätzliche Arbeit für die Mitarbeiter, die jeden Kranz manuell nachsortieren müssen.

Warum der Restmüll die schlechteste Option ist

  • Unnötige Kosten für die Allgemeinheit
  • Verschwendung wertvoller Rohstoffe
  • Zusätzliche CO2-Belastung durch Verbrennung
  • Verstopfung der Mülltonnen

Die richtige Zerlegung: Schritt für Schritt

Bevor der Adventskranz entsorgt wird, muss er fachgerecht zerlegt werden. Diese Arbeit dauert nur wenige Minuten, macht aber den entscheidenden Unterschied für die Umwelt.

Schritt 1: Kerzen und Wachs entfernen

Alle Kerzenreste müssen vollständig entfernt werden. Wachs gehört in den Restmüll, nicht in den Biomüll. Auch kleine Wachsspritzer auf den Zweigen sollten abgekratzt werden. Hartnäckige Wachsreste lassen sich mit einem Föhn erwärmen und dann leichter entfernen.

Schritt 2: Drahtgestell und Metallteile

Das Drahtgestell wandert in den Wertstoffhof oder in spezielle Metallcontainer. Viele Baumärkte nehmen Drahtgestelle auch kostenlos zurück. Ein Kilogramm Metall spart bei der Wiederverwertung etwa 1,5 Kilogramm CO2 gegenüber der Neuproduktion.

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Schritt 3: Plastikschmuck und künstliche Elemente

Plastikkugeln, Kunstschnee und andere synthetische Dekorationen gehören je nach Material in den gelben Sack oder den Restmüll. Bei Unsicherheit hilft ein Blick auf die Recycling-Symbole oder eine kurze Recherche bei der örtlichen Abfallberatung.

Schritt 4: Naturschmuck aussortieren

Nüsse, Zapfen und getrocknete Früchte können meist mit in den Biomüll. Ausnahme: behandelte oder lackierte Naturmaterialien gehören in den Restmüll.

Wohin mit den Tannenzweigen: Biomüll oder Wertstoffhof?

Die gereinigten Tannenzweige haben mehrere Entsorgungswege. Die beste Option hängt von der örtlichen Infrastruktur und der Menge ab.

Biomüll: Der Standard-Weg

Saubere Tannenzweige ohne Schmuck gehören in die braune Tonne. Wichtig: Die Zweige sollten zerkleinert werden, damit sie sich schneller zersetzen. Äste dicker als zwei Zentimeter können Probleme in der Kompostieranlage verursachen.

Vorsicht bei behandelten Zweigen: Gesprühte oder gefärbte Tannenzweige gehören nicht in den Biomüll. Im Zweifel beim Verkäufer nachfragen oder den Restmüll wählen.

Wertstoffhof: Bei größeren Mengen

Wer mehrere Kränze oder einen besonders großen Kranz entsorgen muss, fährt zum Wertstoffhof. Dort gibt es spezielle Container für Grünschnitt. Bis zu zwei Kubikmeter Grünschnitt sind meist kostenlos, größere Mengen kosten etwa 5-15 Euro pro Kubikmeter.

Kompostierung im eigenen Garten

Gartenbesitzer können die Zweige auch selbst kompostieren. Tannenzweige sind allerdings sauer und sollten nur in Maßen auf den Kompost. Maximal 20 Prozent Nadelgehölz im Kompost sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis.

Kreative Alternativen: Upcycling statt Entsorgung

Bevor der Adventskranz in der Tonne landet, lohnt sich ein Blick auf kreative Wiederverwertungsmöglichkeiten. Viele Teile lassen sich noch sinnvoll nutzen.

Drahtgestell wiederverwenden

Das Drahtgestell kann für den nächsten Adventskranz aufbewahrt werden. Oder es wird zur Rankhilfe für Kletterpflanzen umfunktioniert. Mit etwas Kreativität entstehen daraus auch Dekorationen für den Garten.

Tannenzweige als Winterschutz

Saubere Tannenzweige eignen sich perfekt als Winterschutz für empfindliche Gartenpflanzen. Einfach über Rosen oder andere frostempfindliche Gewächse legen. Tannenzweige isolieren bis zu 5 Grad besser als herkömmliche Abdeckungen.

Natürlicher Raumduft

Frische Zweige können noch einige Wochen als natürlicher Raumduft dienen. In einer Vase mit Wasser bleiben sie länger frisch. Getrocknete Zweige entwickeln ein angenehmes Aroma, wenn sie ins Kaminfeuer gelegt werden.

Regionale Unterschiede bei der Entsorgung

Deutschland ist bei der Müllentsorgung nicht einheitlich geregelt. Jede Kommune hat eigene Vorschriften, die sich teilweise erheblich unterscheiden.

Großstädte vs. ländliche Gebiete

In Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg gibt es meist gut ausgebaute Biomüll-Systeme. 95 Prozent der Haushalte haben Zugang zur Biotonne. Auf dem Land sieht es anders aus: Hier müssen Bewohner oft selbst zum Wertstoffhof fahren.

Sonderregelungen beachten

Einige Kommunen bieten spezielle Abholtermine für Weihnachtsbäume und Adventskränze an. In München beispielsweise werden zwischen dem 7. und 19. Januar kostenlos Weihnachtsbäume abgeholt. Adventskränze können dabei mitgegeben werden.

Andere Städte haben ganzjährig geöffnete Grünschnitt-Sammelstellen. Ein Anruf bei der örtlichen Abfallberatung klärt die lokalen Möglichkeiten.

Umweltbilanz: Zahlen und Fakten

Die richtige Entsorgung von Adventskränzen hat messbare Auswirkungen auf die Umwelt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Jährlich werden in Deutschland etwa 25 Millionen Adventskränze verkauft. Bei einem Durchschnittsgewicht von 800 Gramm entstehen 20.000 Tonnen Grünabfall. Richtig kompostiert, werden daraus etwa 6.000 Tonnen hochwertiger Kompost.

Die CO2-Bilanz ist beeindruckend: Kompostierung spart gegenüber der Verbrennung etwa 0,8 Tonnen CO2 pro Tonne Grünabfall. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 16.000 Tonnen CO2 – so viel wie 3.500 Autos im Jahr ausstoßen.

Wirtschaftlicher Nutzen

Richtige Mülltrennung spart auch Geld. Biomüll kostet in der Verwertung etwa 50 Euro pro Tonne, Restmüll das Dreifache. Bei konsequenter Trennung sparen deutsche Haushalte jährlich etwa 2 Millionen Euro an Entsorgungskosten.

Die Weihnachtszeit mag vorbei sein, aber die Verantwortung für unsere Umwelt bleibt. Mit der richtigen Entsorgung des Adventskranzes setzen Sie ein kleines, aber wichtiges Zeichen für Nachhaltigkeit. Nehmen Sie sich die fünf Minuten für die ordentliche Zerlegung – Ihre Mitmenschen und die Umwelt werden es Ihnen danken. Und beim nächsten Adventskranz denken Sie vielleicht schon beim Kauf daran, wie er später entsorgt werden soll. Nachhaltige Weihnachten fangen mit bewussten Entscheidungen an.

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sabine Hoffmann

sabine Hoffmann

Sabine Hoffmann ist Gärtnerin aus Leidenschaft und DIY-Enthusiastin aus dem Schwarzwald. Seit über 20 Jahren kultiviert sie ihren eigenen Gemüsegarten und teilt ihr Wissen über nachhaltiges Gärtnern und kreative Selbermach-Projekte.Für Sabine ist der Garten nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensphilosophie. Sie zeigt, wie man mit einfachen Mitteln einen blühenden Garten gestaltet und dabei die Natur respektiert.In ihrer Freizeit erkundet sie gerne lokale Märkte auf der Suche nach alten Samen-Sorten und antiken Gartenwerkzeugen.

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