Der eine Minimalismus-Trick, der dir jedes Jahr 300 Euro spart – und dein Zuhause sofort ordentlicher macht

Vor zwei Jahren stand ich in meiner Abstellkammer und suchte verzweifelt nach meiner Gartenschere. Ich wusste genau, dass ich eine hatte – irgendwo zwischen den drei Blumenvasen, die ich nie benutze, dem Stapel Geschenkpapier und den unzähligen Plastiktöpfen „für später“. Nach zwanzig Minuten erfolgloser Suche gab ich auf und kaufte eine neue Gartenschere im Baumarkt.

Zwei Wochen später fand ich die alte. Natürlich.

Dieser Moment brachte mich zum Nachdenken: Wie oft kaufe ich Dinge doppelt, weil ich in meinem eigenen Chaos nicht mehr finde, was ich besitze? Wie viel Geld gebe ich für Gegenstände aus, die ich „vielleicht mal brauche“, nur um sie dann doch nie zu verwenden?

Als ich anfing zu rechnen, erschrak ich: Kleine Impulskäufe hier, Doppelkäufe dort, Deko-Artikel „nur mal so“ – am Ende des Jahres summierte sich das auf über 300 Euro. Geld, das ich hätte sparen können. Platz, den ich nicht hätte vollstellen müssen.

Der Trick – die 1-in-1-out-Regel mit Warteliste

Aus dieser Erkenntnis entwickelte ich eine Methode, die mein Leben und mein Zuhause grundlegend verändert hat. Ich nenne sie die „1-in-1-out-Regel mit Warteliste“, und sie funktioniert nach zwei einfachen Prinzipien:

Regel 1: Für jeden neuen Gegenstand muss ein alter gehen. Möchten Sie eine neue Pfanne kaufen? Wunderbar – aber dann muss eine alte Pfanne vorher ausziehen. Das gilt für alles: Kleidung, Deko, Küchenutensilien, Werkzeug, Bücher.

Diese Regel zwingt Sie, bewusst zu entscheiden: Ist der neue Gegenstand wirklich so viel besser, dass er einen Platz im Haus verdient? Meistens lautet die Antwort: Nein.

Regel 2: Nichts wird sofort gekauft – alles kommt erst auf eine 7-Tage-Warteliste. Bevor Sie etwas kaufen, schreiben Sie es auf eine Liste mit dem heutigen Datum. Erst nach sieben Tagen dürfen Sie den Kauf tätigen. Sie werden überrascht sein, wie viele Dinge nach einer Woche plötzlich unwichtig erscheinen. Der Impuls ist verflogen, das vermeintliche Bedürfnis hat sich aufgelöst.

Diese Kombination ist mächtig: Sie verhindert Spontankäufe UND sorgt dafür, dass Ihr Zuhause nicht weiter vollgestellt wird.

Der DIY-Teil: So richtest du deine Warteliste ein

Sie brauchen keine aufwendige App oder kompliziertes System. Eine einfache Liste reicht vollkommen.

Variante 1 – Die Papier-Warteliste: Nehmen Sie ein kleines Notizbuch oder heften Sie ein Blatt an Ihre Kühlschranktür. Erstellen Sie drei Spalten:

  • Datum
  • Gegenstand + Preis
  • Gekauft (Ja/Nein)

Jedes Mal, wenn Sie etwas kaufen möchten, tragen Sie es mit dem heutigen Datum ein. Nach sieben Tagen schauen Sie wieder drauf und entscheiden bewusst.

Variante 2 – Die Handy-Warteliste: Nutzen Sie die Notizen-App auf Ihrem Smartphone. Erstellen Sie eine Notiz namens „Warteliste“ und schreiben Sie jedes Mal:

  • Was will ich kaufen?
  • Warum brauche ich es?
  • Datum: [heute]
  • Entscheidung am: [in 7 Tagen]

Stellen Sie sich eine Erinnerung für eine Woche später. Wenn Ihr Handy Sie erinnert, fragen Sie sich ehrlich: Brauche ich es immer noch?

Mini-Template zum Ausdrucken:

WARTELISTE – 7 Tage warten, bevor ich kaufe

Datum | Artikel | Preis | Warum? | Entscheidung (nach 7 Tagen)
_____|_________|_______|________|_____________________________
     |         |       |        | ☐ Gekauft ☐ Nicht mehr nötig
_____|_________|_______|________|_____________________________
     |         |       |        | ☐ Gekauft ☐ Nicht mehr nötig

Kopieren Sie sich diese Vorlage, hängen Sie sie sichtbar auf, und Sie haben Ihr System.

So setzt du den Trick in 3 Bereichen deines Lebens um

1. Küche und Haushaltshelfer

Die Küche ist oft der Ort, an dem sich am schnellsten unnötige Gegenstände ansammeln. Noch eine Pfanne für Pfannkuchen, noch ein Spezialmesser, noch ein Sieb in anderer Größe.

Bevor Sie das nächste Mal ein Küchenutensil kaufen, fragen Sie sich: Kann ich das, was ich vorhabe, nicht auch mit dem machen, was ich bereits besitze? In 90 Prozent der Fälle lautet die Antwort: Ja.

Ich selbst hatte irgendwann fünf Schneidebretter – drei aus Holz, zwei aus Plastik. Wozu? Heute besitze ich zwei: ein großes Holzbrett für Gemüse und Brot, ein kleines Plastikbrett für Fleisch. Das reicht vollkommen.

Die 1-in-1-out-Regel hilft hier besonders: Wenn die alte Pfanne wirklich kaputt ist, kaufen Sie eine neue – und geben die alte weg. Aber solange die alte funktioniert, brauchen Sie keine neue, auch wenn sie noch so hübsch aussieht.

2. Deko und DIY-Material

Hier wird es für mich persönlich am schwierigsten. Als leidenschaftliche Bastlerin und Dekorations-Liebhaberin neige ich dazu, ständig neue Inspirationen zu sehen und zu denken: „Das könnte ich mal verwenden!“

Doch seien wir ehrlich: Wie viele Deko-Artikel stehen bei Ihnen herum, die Sie schon seit Monaten nicht mehr angeschaut haben? Wie viel Bastelmaterial liegt ungenutzt in Schubladen?

Meine Regel heute: Für jedes neue Deko-Stück muss ein altes weichen. Das zwingt mich, sehr bewusst zu entscheiden, was mir wirklich gefällt und was nur eine flüchtige Laune war.

Bei DIY-Material gehe ich noch strenger vor: Ich habe mir eine feste Box (30×40 cm) zugewiesen. Alles, was an Bastelmaterial in mein Haus kommt, muss in diese Box passen. Ist sie voll, muss ich etwas verbrauchen oder weggeben, bevor ich Neues kaufe.

Diese Begrenzung hat meine Kreativität nicht eingeschränkt – im Gegenteil. Ich nutze endlich die Materialien, die ich schon habe, statt ständig Neues anzuhäufen.

3. Kleidung und Schuhe

Der Klassiker. Wir alle kennen den überfüllten Kleiderschrank, in dem wir trotzdem „nichts zum Anziehen“ haben.

Die 1-in-1-out-Regel funktioniert bei Kleidung besonders gut: Neue Bluse gekauft? Eine alte Bluse geht raus. Neues Paar Schuhe? Ein altes Paar wird gespendet oder entsorgt.

Das Schöne daran: Sie behalten automatisch einen Überblick über Ihren Besitz. Ihr Kleiderschrank bleibt übersichtlich, und Sie tragen tatsächlich alles, was darin hängt.

Die Warteliste hilft zusätzlich gegen Impulskäufe. Wie oft sehen wir im Schaufenster etwas Schönes, kaufen es spontan und tragen es dann nie? Nach sieben Tagen Wartezeit ist der Impuls meist vorbei. Wenn nicht – dann war es wirklich ein gut durchdachter Kauf.

Wie du damit real 300 Euro im Jahr sparst

Lassen Sie uns konkret rechnen. Die meisten von uns tätigen regelmäßig kleine Spontankäufe, die uns im Moment unbedeutend erscheinen:

  • Eine Deko-Vase im Sale: 12 Euro
  • Ein zusätzliches Küchentuch, weil das Muster so schön ist: 8 Euro
  • Eine Pflanze für die Fensterbank: 15 Euro
  • Ein T-Shirt im Angebot: 20 Euro
  • Ein neues Schneidebrett, weil das alte einen Fleck hat: 18 Euro

Das sind nur fünf Beispiele aus einem Monat – zusammen 73 Euro. Über das Jahr gerechnet: 876 Euro.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie hätten bei jedem dieser Käufe die Warteliste angewendet. Meine Erfahrung zeigt: Mindestens zwei Drittel dieser Käufe hätte ich nach sieben Tagen nicht mehr getätigt. Das wären etwa 584 Euro Ersparnis.

Rechnen wir konservativer und gehen von nur zwei bis drei solcher Käufe pro Monat aus (nicht fünf), bei durchschnittlich 12 Euro pro Artikel. Das sind 24 bis 36 Euro pro Monat, die Sie nicht ausgeben. Aufs Jahr gerechnet: 288 bis 432 Euro.

Mindestens 300 Euro – und das ist eine vorsichtige Schätzung.

Dazu kommt: Sie kaufen weniger Dinge doppelt, weil Ihr Zuhause übersichtlicher ist. Sie wissen, was Sie besitzen. Sie finden Ihre Gartenschere, Ihren Schraubenzieher, Ihre Lieblingsvase. Das spart zusätzlich Geld und Nerven.

Die Verbindung zur Nachhaltigkeit: Diese 300 Euro sind nicht nur gespartes Geld in Ihrer Tasche – sie stehen auch für Ressourcen, die nicht verschwendet werden. Jeder nicht gekaufte Gegenstand bedeutet weniger Produktion, weniger Transport, weniger Verpackung, weniger Müll.

Genauso, wie ich in meiner Küche darauf achte, kein Brot wegzuwerfen und Gemüsereste sinnvoll zu verwerten, sorge ich mit dieser Methode dafür, dass nicht unnötig neue Dinge produziert werden müssen. Es ist derselbe Gedanke: Wertschätzen, was da ist, statt ständig Neues zu konsumieren.

Extra: Mini-Checkliste zum Ausdrucken

Bevor Sie etwas kaufen, gehen Sie diese fünf Fragen durch:

☐ Habe ich bereits etwas, das dasselbe Problem löst? Oft besitzen wir bereits eine Lösung, die wir vergessen oder übersehen haben.

☐ Kann ich es ausleihen, tauschen oder gebraucht kaufen? Nicht alles muss neu und in Ihrem Besitz sein. Manchmal reicht es, sich etwas auszuleihen.

☐ Wo werde ich es aufbewahren, und habe ich dafür Platz? Wenn Sie keine konkrete Antwort haben, brauchen Sie es wahrscheinlich nicht.

☐ Welchen Gegenstand gebe ich dafür her? (1-in-1-out-Regel) Zwingen Sie sich zur Entscheidung: Was geht raus, wenn das hier reinkommt?

☐ Will ich es in 7 Tagen immer noch? Die ehrlichste Frage von allen. Wenn der Wunsch eine Woche überlebt, ist er vermutlich berechtigt.

Drucken Sie sich diese Checkliste aus, legen Sie sie in Ihre Geldbörse oder machen Sie ein Foto davon für Ihr Handy. Schauen Sie sie an, bevor Sie zur Kasse gehen – online oder im Geschäft.

Starten Sie Ihr persönliches Spar-Experiment

Mein Vorschlag an Sie: Probieren Sie diese Methode einen Monat lang konsequent aus. Schreiben Sie jedes Mal auf Ihre Warteliste, wenn Sie etwas kaufen möchten. Notieren Sie auch den Preis. Nach sieben Tagen entscheiden Sie, ob Sie es wirklich kaufen.

Am Ende des Monats zählen Sie zusammen: Wie viel haben Sie NICHT ausgegeben, weil die Warteliste Sie aufgehalten hat?

Ich bin gespannt auf Ihre Ergebnisse. Teilen Sie Ihre Summe gerne in den Kommentaren – vielleicht inspirieren Sie damit andere, es auch zu versuchen. Bei mir waren es im ersten Monat 127 Euro. Geld, das ich nicht ausgegeben habe, für Dinge, die ich eine Woche später gar nicht mehr haben wollte.

Und das Beste: Mein Zuhause wurde mit jedem Monat aufgeräumter, übersichtlicher und friedlicher. Weniger Dinge bedeuten weniger visuelle Unruhe, weniger Putzen, weniger Suchen. Es bedeuten mehr Raum zum Atmen – im Haus und im Kopf.

Fangen Sie heute an. Holen Sie sich ein Notizbuch oder öffnen Sie eine neue Notiz auf Ihrem Handy. Schreiben Sie „Warteliste“ darüber. Und dann beobachten Sie, wie sich Ihr Leben verändert – Schritt für Schritt, Euro für Euro, Gegenstand für Gegenstand.


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sabine Hoffmann

sabine Hoffmann

Sabine Hoffmann ist Gärtnerin aus Leidenschaft und DIY-Enthusiastin aus dem Schwarzwald. Seit über 20 Jahren kultiviert sie ihren eigenen Gemüsegarten und teilt ihr Wissen über nachhaltiges Gärtnern und kreative Selbermach-Projekte.Für Sabine ist der Garten nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensphilosophie. Sie zeigt, wie man mit einfachen Mitteln einen blühenden Garten gestaltet und dabei die Natur respektiert.In ihrer Freizeit erkundet sie gerne lokale Märkte auf der Suche nach alten Samen-Sorten und antiken Gartenwerkzeugen.

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