Ceranfeld reinigen bei Eingebranntem: So geht’s

Guten Tag, Markus Weber hier. In Profiküchen haben wir meist Gas- oder Induktionsherde. Aber zu Hause nutze ich ein Ceranfeld. Und ich kenne das Problem: Ein Moment Unachtsamkeit, und Zucker oder Sauce brennt sich regelrecht ins Glas ein. N

ach 15 Jahren Kocherfahrung kenne ich jeden Trick, um selbst hartnäckigste Einbrennstellen zu entfernen.

Das Wichtigste vorweg: Ceranfelder sind kratzempfindlich. Falsche Reinigungsmethoden hinterlassen Spuren, die nie mehr weggehen. Deshalb ist die richtige Technik entscheidend. Was in der Gastronomie bei Edelstahl funktioniert, gilt hier noch mehr: Geduld schlägt Gewalt.

Sofortmaßnahme bei frischen Einbrennstellen

Wenn etwas gerade eben übergelaufen ist, handeln Sie sofort. Schalten Sie die Platte aus und warten Sie, bis sie nur noch warm ist – nicht heiß, sonst verbrennen Sie sich.

Wischen Sie das Eingebrannte mit einem feuchten Tuch weg, solange es noch weich ist.

Bei Zucker ist Eile besonders wichtig. Geschmolzener Zucker härtet beim Abkühlen zu einer glasartigen Schicht aus, die extrem schwer zu entfernen ist. In Restaurants haben wir spezielle Ceranfeldschaber griffbereit – bei Zuckerunfällen zählt jede Sekunde.

Werkzeug 1: der ceranfeldschaber

Ein Ceranfeldschaber ist ein Muss. Dieses kleine Werkzeug mit Rasierklinge ist speziell für Glaskeramik entwickelt. Es kostet wenige Euro und ist jeden Cent wert. Ich habe immer einen in meiner Küchenschublade – zu Hause und im Restaurant.

Halten Sie den Schaber in einem flachen Winkel zur Oberfläche, etwa 30 Grad. Schieben Sie ihn vorsichtig unter die Einbrennstelle. Arbeiten Sie von außen nach innen, um den Fleck nicht zu vergrößern. Üben Sie gleichmäßigen, aber nicht zu starken Druck aus.

Die Klinge muss scharf sein. Stumpfe Klingen kratzen statt zu schaben. Wechseln Sie die Klinge regelmäßig aus. In Restaurants tauschen wir sie monatlich, zu Hause reicht wahrscheinlich einmal im Jahr.

Aber wenn Sie merken, dass der Schaber nicht mehr gut greift – Zeit für eine neue Klinge.

Methode 1: einweichen mit feuchtem tuch

Für weniger hartnäckige Einbrennstellen: Legen Sie ein nasses, warmes Tuch auf die Stelle und lassen Sie es 15 bis 30 Minuten einwirken. Die Feuchtigkeit weicht die Verkrustung auf. Diese Methode funktioniert besonders gut bei eingetrockneten Flüssigkeiten oder Fett.

Nach der Einwirkzeit können Sie die Stelle oft einfach mit dem Ceranfeldschaber abschaben. Was vorher fest wie Beton war, löst sich plötzlich mühelos. Geduld ist hier der Schlüssel. In Restaurants nutzen wir diese Technik über Nacht – morgens ist die Platte sauber.

Methode 2: backpulver-paste für starke verschmutzungen

Mischen Sie Backpulver mit wenig Wasser zu einer Paste. Tragen Sie sie dick auf die Einbrennstelle auf und lassen Sie sie mindestens 30 Minuten einwirken. Die leicht schleifende Wirkung des Backpulvers hilft beim Ablösen.

Nach der Einwirkzeit reiben Sie mit einem feuchten Tuch über die Stelle. Bei Bedarf verwenden Sie zusätzlich den Ceranfeldschaber. Spülen Sie gründlich nach und trocknen Sie die Fläche. Diese Methode ist sanft und schadet dem Ceranfeld nicht.

Methode 3: ceranfeld-reiniger aus dem fachhandel

Spezielle Ceranfeld-Reiniger enthalten milde Schleifmittel und chemische Lösungsmittel. Sie sind für hartnäckige Fälle gedacht. Ich verwende sie, wenn Hausmittel nicht ausreichen. In Restaurants haben wir immer eine Flasche vorrätig.

Tragen Sie den Reiniger auf und lassen Sie ihn einwirken. Die Einwirkzeit steht auf der Verpackung. Polieren Sie dann mit einem Mikrofasertuch in kreisenden Bewegungen. Die Kombination aus chemischer und mechanischer Wirkung entfernt selbst alte Einbrennstellen.

Spezialfall: eingebrannter Zucker

Zucker ist der schlimmste Fall. Er verschmilzt regelrecht mit dem Glas. Handeln Sie bei Zucker sofort, noch während das Feld warm ist. Schieben Sie den geschmolzenen Zucker mit dem Ceranfeldschaber weg, bevor er hart wird. Warten Sie nicht, bis die Platte kalt ist.

Wenn der Zucker bereits hart ist, hilft nur Einweichen. Legen Sie ein nasses Tuch auf und geben Sie etwas Spülmittel dazu. Lassen Sie es mehrere Stunden einwirken. Der Zucker löst sich langsam auf. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf. In Restaurants haben wir manchmal zwei Tage an einer Zuckereinbrennstelle gearbeitet.

Was Sie niemals tun sollten

Verwenden Sie niemals Stahlwolle oder Scheuerschwämme. Sie hinterlassen Kratzer, die dauerhaft sichtbar bleiben. In einer Restaurantküche wäre das ein Kündigungsgrund – die Oberfläche ist danach ruiniert. Bleiben Sie bei weichen Tüchern und dem Ceranfeldschaber.

Finger weg von aggressiven Chemikalien wie Backofenreiniger. Diese können die Versiegelung des Ceranfelds angreifen. Was in der Gastronomie für Edelstahl okay ist, schadet hier mehr als es nutzt.

Bleiben Sie bei milden, speziell für Glaskeramik entwickelten Mitteln.

Reinigen Sie nie ein heißes Ceranfeld. Kaltes Wasser auf heißem Glas kann zu Spannungsrissen führen. Warten Sie immer, bis die Restwärmeanzeige erloschen ist. Nur bei frisch übergelaufenem Zucker machen Sie eine Ausnahme – dort ist Schnelligkeit wichtiger.

Tägliche pflege verhindert probleme

Wischen Sie das Ceranfeld nach jedem Kochen ab, wenn es abgekühlt ist. Ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel reicht. Diese Routine verhindert, dass sich Verschmutzungen einbrennen. In meiner privaten Küche mache ich das konsequent – es spart enorm viel Arbeit.

Einmal pro Woche gönne ich dem Ceranfeld eine Tiefenreinigung mit speziellem Ceranfeld-Reiniger. Das hält die Oberfläche glänzend und geschmeidig. In Restaurants ist tägliche Tiefenreinigung Pflicht, aber zu Hause reicht wöchentlich.

Kratzer vermeiden – wichtiger als Reinigung

Ziehen Sie Töpfe nicht über das Ceranfeld. Heben Sie sie an. Schon winzige Sandkörner am Topfboden können Kratzer verursachen. In der Gastronomie schulen wir jedes Küchenpersonal in dieser Technik. Es wird zur Gewohnheit und schützt die Oberfläche.

Verwenden Sie Töpfe mit glattem Boden. Raue oder verformte Böden schaden dem Ceranfeld. Prüfen Sie Ihre Töpfe regelmäßig. In Restaurants sortieren wir beschädigte Töpfe sofort aus.

Die Investition in gute Töpfe lohnt sich auch für den Schutz des Ceranfelds.

Mein Geheimtipp für Glanz

Nach der Reinigung poliere ich das Ceranfeld mit einem Tropfen Speiseöl auf einem Küchentuch. Das hinterlässt eine hauchdünne Schutzschicht, die Verschmutzungen abweist und für Glanz sorgt. Verwenden Sie wirklich nur einen winzigen Tropfen, sonst wird es fettig.

Diese Methode habe ich von einem Kollegen gelernt. In Showküchen, wo das Ceranfeld immer perfekt aussehen muss, ist das Standard. Zu Hause mache ich es nur bei besonderen Anlässen, aber der Effekt ist beeindruckend.

Mein Fazit aus der Praxis

Eingebranntes vom Ceranfeld zu entfernen ist machbar, erfordert aber die richtige Technik. Mit einem guten Schaber, Geduld und den richtigen Reinigern bekommen Sie jede Verschmutzung weg. Der Schlüssel ist: Sanfte, wiederholte Behandlung schlägt aggressive Einzelaktionen.

Investieren Sie in einen guten Ceranfeldschaber und verwenden Sie ihn regelmäßig. Vermeiden Sie Kratzer um jeden Preis – diese bleiben für immer. Mit der richtigen Pflege bleibt Ihr Ceranfeld jahrelang wie neu.

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Markus Weber

Markus Weber

Markus Weber ist gelernter Koch und leidenschaftlicher Haushaltsexperte aus München. Nach 15 Jahren in der Gastronomie hat er seine Leidenschaft für einfache, alltagstaugliche Rezepte und clevere Haushaltstricks entdeckt.Markus glaubt daran, dass gutes Kochen und ein organisierter Haushalt nicht kompliziert sein müssen. Seine Tipps sind praxiserprobt und für jeden umsetzbar.Wenn er nicht gerade in seiner Küche experimentiert, genießt er Zeit mit seiner Familie und seinem Golden Retriever Bruno.

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