Reste verwerten nach Weihnachten: 7 geniale Rezepte für Braten und Klöße

Nach den Weihnachtsfeiertagen stapeln sich in deutschen Kühlschränken die Reste: Ein halber Gänsebraten hier, übrig gebliebene Klöße dort, dazu noch Rotkohl und Soße. Laut einer Studie der Universität Stuttgart landen jährlich rund 78 Kilogramm Lebensmittel pro Person im Müll – besonders nach den Feiertagen steigt diese Zahl dramatisch an.

Doch aus diesen scheinbaren „Resten“ lassen sich wahre Gaumenfreuden zaubern! Mit den richtigen Rezepten verwandeln Sie übrig gebliebenen Braten und Klöße in völlig neue, köstliche Gerichte. Diese kreativen Ideen sparen nicht nur Geld, sondern schonen auch die Umwelt und überraschen Familie und Freunde mit unerwarteten Geschmackserlebnissen.

Warum Reste verwerten mehr als nur Sparsamkeit ist

Die Verwertung von Weihnachtsresten ist weit mehr als eine sparsame Haushaltsführung. In Zeiten steigender Lebensmittelpreise – diese sind 2023 um durchschnittlich 13,4% gestiegen – wird die intelligente Nutzung vorhandener Zutaten zur Kunst. Gleichzeitig leistet jeder, der Reste kreativ verwertet, einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Besonders Fleischreste sollten niemals verschwendet werden. Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht in der Produktion etwa 13,3 Kilogramm CO2-Äquivalente. Wer also 500 Gramm Bratenreste rettet, vermeidet unnötige Umweltbelastung und nutzt bereits investierte Ressourcen optimal.

Darüber hinaus bieten Reste-Rezepte eine wunderbare Gelegenheit, kulinarisch kreativ zu werden und neue Geschmackskombinationen zu entdecken, die oft sogar besser schmecken als das ursprüngliche Festmahl.

Geniale Rezepte für übrig gebliebenen Braten

1. Herzhafter Bratenpfannkuchen

Dieser deftige Pfannkuchen verwandelt Bratenreste in ein völlig neues Gericht. Zutaten für 4 Personen:

  • 300g Bratenreste, fein gewürfelt
  • 200g Mehl
  • 3 Eier
  • 250ml Milch
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Die Zwiebel in einer Pfanne glasig dünsten, das gewürfelte Fleisch hinzufügen und kurz anbraten. Aus Mehl, Eiern und Milch einen glatten Teig rühren, Fleischmischung und Gewürze unterrühren. In einer heißen Pfanne portionsweise goldbraun backen.

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2. Asiatische Braten-Frühlingsrollen

Eine überraschende Fusion, die garantiert begeistert. Das zarte Bratenfleisch harmoniert perfekt mit knackigem Gemüse und würzigen asiatischen Aromen. Für 12 Rollen benötigen Sie:

  • 250g Bratenreste, in dünne Streifen geschnitten
  • 12 Frühlingsrollenblätter
  • 2 Karotten, julienne geschnitten
  • 1 Paprika, in Streifen
  • 100g Sojasprossen
  • 2 EL Sojasoße
  • 1 TL Sesamöl
  • Frischer Koriander

Das Gemüse kurz anbraten, Fleisch und Gewürze hinzufügen. Die Mischung in Frühlingsrollenblätter wickeln und in heißem Öl goldbraun frittieren. Dazu passt eine süß-saure Soße perfekt.

3. Mediterrane Braten-Pasta

Italien trifft deutsche Festtagsküche – eine Kombination, die überrascht und begeistert. Die kräftigen Aromen des Bratens ergänzen sich wunderbar mit sonnigen mediterranen Zutaten.

  • 300g Pasta (Penne oder Rigatoni)
  • 250g Bratenreste, gewürfelt
  • 400g gehackte Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100g schwarze Oliven
  • 100g getrocknete Tomaten
  • Frischer Basilikum und Oregano
  • Parmesan zum Servieren

Knoblauch in Olivenöl anbraten, Bratenreste hinzufügen und erwärmen. Tomaten, Oliven und getrocknete Tomaten einrühren, mit Kräutern würzen. Mit der gekochten Pasta vermengen und mit Parmesan servieren.

Kreative Ideen für übrig gebliebene Klöße

4. Knusprige Kloß-Gnocchi

Verwandeln Sie Ihre Klöße in italienische Köstlichkeiten! Diese Variante ist so lecker, dass Sie künftig extra Klöße kochen werden. Zutaten:

  • 6-8 übrig gebliebene Klöße
  • 2 EL Butter
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 100g durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 200ml Sahne
  • 50g Parmesan
  • Frische Kräuter

Die Klöße in dicke Scheiben schneiden und in Butter goldbraun anbraten. Speck und Zwiebeln hinzufügen, mit Sahne ablöschen und mit Parmesan verfeinern. Die entstehende cremige Konsistenz erinnert an die besten italienischen Gnocchi-Gerichte.

5. Bayerische Kloß-Knödel-Suppe

Eine herzhafte Suppe, die perfekt in die kalte Jahreszeit passt und jeden Löffel zu einem Genuss macht. Diese Suppe vereint Tradition mit cleverer Resteverwertung.

  • 5-6 Klöße, gewürfelt
  • 1 Liter kräftige Rinderbrühe
  • 200g Suppengemüse
  • 100g geräucherter Speck
  • 2 EL Schnittlauch
  • 1 Lorbeerblatt
  • Majoran und Petersilie

Das Suppengemüse mit Speck anbraten, mit Brühe aufgießen und 15 Minuten köcheln lassen. Die gewürfelten Klöße hinzufügen und weitere 10 Minuten ziehen lassen. Mit frischen Kräutern abschmecken.

Kombinationsrezepte: Wenn Braten auf Klöße trifft

6. Deftige Reste-Lasagne

Das ultimative Comfort Food für kalte Wintertage! Diese Lasagne nutzt sowohl Braten- als auch Kloßreste und wird garantiert zum neuen Familienliebling.

  • 300g Bratenreste, geschreddert
  • 4-5 Klöße, in Scheiben geschnitten
  • 500ml Béchamelsoße
  • 400g passierte Tomaten
  • 200g geriebener Käse
  • Lasagneblätter
  • Italienische Kräuter

Die Kloßscheiben ersetzen teilweise die Nudelschichten. Zwischen den Schichten werden das geschredderte Fleisch und eine würzige Tomatensoße verteilt. Nach 45 Minuten im Ofen bei 180°C entsteht ein völlig neues Geschmackserlebnis.

7. Festtagsreste-Gratin

Der krönende Abschluss unserer Reste-Rezepte: Ein luxuriöses Gratin, das alle Weihnachtsaromen in einem Gericht vereint. Dieses Rezept ist so raffiniert, dass es problemlos bei der nächsten Dinnerparty serviert werden kann.

  • 250g Bratenreste
  • 6 Klöße, halbiert
  • 300ml Sahne
  • 100g Gruyère, gerieben
  • 2 EL Dijon-Senf
  • Frischer Thymian
  • Semmelbrösel für die Kruste

Die Klößhälften als Basis in eine Auflaufform legen, das Fleisch darüber verteilen. Sahne mit Senf und Gewürzen verrühren, über alles gießen. Mit Käse und Semmelbröseln bestreuen und 35 Minuten bei 190°C überbacken.

Profi-Tipps für die perfekte Resteverwertung

Erfolgreiche Resteverwertung beginnt bereits beim ursprünglichen Kochen. Planen Sie bewusst etwas mehr, aber lagern Sie Reste richtig: Fleisch hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage, Klöße bis zu 4 Tage. Beide lassen sich auch problemlos einfrieren und bis zu 3 Monate aufbewahren.

Beim Aufwärmen gilt: Niedrige Temperaturen und Geduld sind der Schlüssel. Fleisch sollte langsam erwärmt werden, um nicht trocken zu werden. Ein Spritzer Brühe oder Wein kann Wunder wirken. Klöße gewinnen durch kurzes Anbraten in Butter eine köstliche Kruste.

Würzen Sie mutig neu! Reste bieten die perfekte Gelegenheit, neue Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Asiatische Gewürze, mediterrane Kräuter oder orientalische Gewürzmischungen können bekannte Aromen völlig transformieren.

Nachhaltig genießen: Mehr als nur Rezepte

Die bewusste Verwertung von Lebensmittelresten ist ein wichtiger Schritt zu einem nachhaltigeren Lebensstil. Jedes gerettete Kilogramm Fleisch spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck erheblich. In Deutschland werden jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet – ein Großteil davon in privaten Haushalten.

Mit kreativer Resteverwertung entwickeln Sie nicht nur kulinarische Fähigkeiten, sondern tragen auch zur Lösung eines globalen Problems bei. Ihre Familie wird überrascht sein, wie vielseitig und lecker „Reste“ sein können – oft schmecken die neuen Kreationen sogar besser als das ursprüngliche Festmahl!

Beginnen Sie noch heute mit der kreativen Verwertung Ihrer Weihnachtsreste. Ihre Geschmacksknospen, Ihr Geldbeutel und die Umwelt werden es Ihnen danken. Welches Rezept werden Sie zuerst ausprobieren?

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sabine Hoffmann

sabine Hoffmann

Sabine Hoffmann ist Gärtnerin aus Leidenschaft und DIY-Enthusiastin aus dem Schwarzwald. Seit über 20 Jahren kultiviert sie ihren eigenen Gemüsegarten und teilt ihr Wissen über nachhaltiges Gärtnern und kreative Selbermach-Projekte.Für Sabine ist der Garten nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensphilosophie. Sie zeigt, wie man mit einfachen Mitteln einen blühenden Garten gestaltet und dabei die Natur respektiert.In ihrer Freizeit erkundet sie gerne lokale Märkte auf der Suche nach alten Samen-Sorten und antiken Gartenwerkzeugen.

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