Spitzbuben backen: Omas Rezept mit Himbeermarmelade (klassisch & gelingsicher)

Der Duft von frisch gebackenen Spitzbuben erfüllt die Küche und lässt Kindheitserinnerungen lebendig werden. Diese österreichischen Doppelkekse mit ihrer goldenen Linzer Masse und der leuchtend roten Himbeermarmelade sind mehr als nur ein Gebäck – sie sind ein Stück Tradition, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Omas Rezept für Spitzbuben hat sich über Jahrzehnte bewährt und garantiert perfekte Ergebnisse. Mit nur wenigen Zutaten und der richtigen Technik entstehen butterzarte Kekse, die auf der Zunge zergehen und deren fruchtiger Kern jeden Bissen zu einem Genuss macht. Das Geheimnis liegt in der ausgewogenen Balance zwischen mürber Textur und intensivem Geschmack.

Die perfekte Linzer Masse: Grundlage für gelingsichere Spitzbuben

Die Basis jeden guten Spitzbuben ist eine perfekt zubereitete Linzer Masse. Diese traditionelle österreichische Teigzubereitung unterscheidet sich deutlich von gewöhnlichen Mürbeteigen durch ihre besondere Zusammensetzung und Verarbeitung.

Zutaten für 40-50 Spitzbuben:

  • 250g Butter (zimmerwarm)
  • 125g Puderzucker
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Vanillezucker
  • 250g Mehl (Type 405)
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Zitronenschale (abgerieben)
  • 200g hochwertige Himbeermarmelade
  • Puderzucker zum Bestäuben

Die Qualität der Butter spielt eine entscheidende Rolle für den Geschmack. Verwenden Sie ausschließlich hochwertige Butter mit mindestens 82% Fettgehalt.

Die Temperatur ist dabei kritisch: Die Butter sollte weich, aber nicht flüssig sein – optimal sind 18-20°C.

Schritt-für-Schritt Teigzubereitung:

Schritt 1: Butter mit Puderzucker in einer Schüssel cremig rühren. Dieser Vorgang dauert etwa 3-4 Minuten und ist fundamental für die spätere Textur der Kekse.

Schritt 2: Eigelb, Vanillezucker, Salz und Zitronenschale hinzufügen und weitere 2 Minuten rühren, bis eine homogene Masse entsteht.

Schritt 3: Mehl und gemahlene Mandeln mischen und portionsweise unter die Buttermasse kneten. Wichtig: Nur so lange kneten, bis sich die Zutaten verbinden – Überkneten macht den Teig zäh.

Schritt 4: Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Optimal sind 2-3 Stunden oder über Nacht.

Ausrollen und Ausstechen: Die richtige Technik für perfekte Formen

Das Ausrollen der Linzer Masse erfordert Fingerspitzengefühl und die richtige Technik. Der gekühlte Teig ist zunächst sehr fest und muss behutsam bearbeitet werden.

Profitipps für das Ausrollen:

Lassen Sie den Teig nach dem Kühlen etwa 10-15 Minuten bei Raumtemperatur stehen. Er sollte formbar, aber noch kühl sein. Rollen Sie den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier auf eine Dicke von 3-4mm aus. Diese Methode verhindert das Ankleben und macht das Arbeiten deutlich einfacher.

Verwenden Sie für klassische Spitzbuben runde Ausstecher mit 6-7cm Durchmesser. Für die oberen Kekse benötigen Sie einen kleineren Ausstecher (2-3cm) für das charakteristische Loch in der Mitte. Traditionell werden Sterne, Herzen oder einfache Kreise verwendet.

Optimale Backbedingungen:

  • Ofentemperatur: 160°C Umluft (180°C Ober-/Unterhitze)
  • Backzeit: 12-15 Minuten
  • Position: Mittlere Schiene
  • Erkennungszeichen: Leicht goldene Ränder

Die Kekse sind fertig, wenn die Ränder eine zarte goldene Farbe angenommen haben. Sie sollten noch nicht braun sein, da sie sonst zu trocken werden. Nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen – dies dauert etwa 30 Minuten.

Himbeermarmelade: Das Herzstück des Geschmacks

Die Wahl der richtigen Himbeermarmelade entscheidet maßgeblich über den Geschmack der fertigen Spitzbuben. Hochwertige Marmelade mit hohem Fruchtanteil und wenig Zucker sorgt für das authentische, intensive Himbeearoma.

Marmeladen-Qualitätskriterien:

Achten Sie auf einen Fruchtanteil von mindestens 60%. Premium-Marmeladen enthalten oft 70-80% Früchte und bieten dadurch einen intensiveren Geschmack. Der Zuckergehalt sollte möglichst niedrig sein, um die natürliche Fruchtsäure zu erhalten, die einen schönen Kontrast zur süßen Linzer Masse bildet.

Selbstgemachte Himbeermarmelade ist natürlich die Königsklasse. Falls Sie diese verwenden möchten, sollte sie mindestens 24 Stunden vor der Verarbeitung zubereitet werden, damit sie die richtige Konsistenz entwickeln kann.

Zusammensetzen der Spitzbuben:

Erwärmen Sie die Marmelade leicht, um sie streichfähig zu machen. Geben Sie etwa einen Teelöffel Marmelade auf jeden unteren Keks und verstreichen Sie diese gleichmäßig, dabei einen schmalen Rand frei lassen. Die oberen Kekse vorsichtig aufsetzen und leicht andrücken.

Lagerung und Haltbarkeit: So bleiben Spitzbuben perfekt

Richtig gelagerte Spitzbuben halten sich mehrere Wochen und werden mit der Zeit sogar noch besser, da die Marmelade die Kekse leicht durchzieht und für eine wunderbar mürbe Textur sorgt.

Optimale Lagerbedingungen:

  • Behälter: Luftdichte Blechdose oder Kunststoffbox
  • Temperatur: Kühler, trockener Ort (15-18°C)
  • Haltbarkeit: 3-4 Wochen
  • Schichtung: Zwischen Pergamentpapier lagern

Vermeiden Sie die Lagerung im Kühlschrank, da die Kekse dort Feuchtigkeit ziehen und ihre knusprige Textur verlieren können. Bei Zimmertemperatur in einer luftdichten Dose bleiben sie optimal.

Einfrieren für längere Haltbarkeit:

Sowohl der rohe Teig als auch die fertigen Spitzbuben lassen sich hervorragend einfrieren. Der Teig hält sich bis zu 3 Monate, die fertigen Kekse bis zu 6 Monate. Tauen Sie gefrorene Spitzbuben langsam bei Raumtemperatur auf – dies dauert etwa 2-3 Stunden.

Variationen und kreative Abwandlungen

Omas Grundrezept lässt sich wunderbar variieren und an persönliche Vorlieben anpassen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Marmeladensorten oder verfeinern Sie die Linzer Masse mit zusätzlichen Aromen.

Beliebte Geschmacksvarianten:

  • Aprikosenmarmelade: Milder, süßlicher Geschmack
  • Johannisbeergelee: Säuerlich-herbe Note
  • Nuss-Nougat-Creme: Schokoladige Alternative
  • Quittengelee: Traditionell österreichische Variante

Für eine nussigere Note können Sie einen Teil der gemahlenen Mandeln durch Haselnüsse oder Walnüsse ersetzen. Ein Teelöffel Zimt verleiht den Keksen eine weihnachtliche Note, während etwas abgeriebene Orangenschale für mediterrane Frische sorgt.

Das Bestäuben mit Puderzucker vor dem Servieren ist der klassische Abschluss. Verwenden Sie hierfür ein feines Sieb für gleichmäßige Verteilung. Alternativ können Sie die oberen Kekse vor dem Backen mit verquirltem Eigelb bestreichen für einen goldenen Glanz.

Spitzbuben sind mehr als nur Kekse – sie sind gebackene Erinnerungen und ein Stück österreichische Backkultur. Mit Omas bewährtem Rezept und den richtigen Techniken gelingen Ihnen garantiert perfekte Spitzbuben, die Familie und Freunde begeistern werden. Nehmen Sie sich die Zeit für die sorgfältige Zubereitung, denn das Ergebnis wird Sie mit jedem Bissen belohnen.

Rate this post
Markus Weber

Markus Weber

Markus Weber ist gelernter Koch und leidenschaftlicher Haushaltsexperte aus München. Nach 15 Jahren in der Gastronomie hat er seine Leidenschaft für einfache, alltagstaugliche Rezepte und clevere Haushaltstricks entdeckt.Markus glaubt daran, dass gutes Kochen und ein organisierter Haushalt nicht kompliziert sein müssen. Seine Tipps sind praxiserprobt und für jeden umsetzbar.Wenn er nicht gerade in seiner Küche experimentiert, genießt er Zeit mit seiner Familie und seinem Golden Retriever Bruno.

Alle Artikel von Markus Weber →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert