Neulich stand ich in der Küche, die Sonne schien durch die Fenster, und meine Tochter fragte: „Mama, warum kaufen wir Nougat immer im Laden?“ Gute Frage! Denn selbstgemachtes Nougat schmeckt nicht nur besser – es ist auch günstiger und enthält genau die Zutaten, die du kennst. Das Beste: Du brauchst nur 30 Minuten und fünf simple Komponenten. Wusstest du, dass industrielles Nougat oft Palmöl und künstliche Aromen enthält? Beim Selbermachen bestimmst du, was reinkommt. Und Kindern macht es riesigen Spaß, zuzuschauen, wie aus wenigen Zutaten diese cremige, nussige Köstlichkeit entsteht.
Warum selbstgemachtes Nougat die bessere Wahl ist
Ich bin kein Fan von gekauftem Nougat aus dem Supermarkt. Der schmeckt oft zu süß, hat eine komische Konsistenz und klebt an den Zähnen. Selbstgemachtes Nougat dagegen? Das ist samtig, geschmeidig und schmeckt nach echten Haselnüssen und echter Schokolade. Der Grund ist simpel: Wir kontrollieren jeden Schritt.
Meine Oma hat mir früher gezeigt, dass die beste Süßigkeit immer die ist, die man selbst macht. „Mit deinen Händen und deinem Herzen“, sagte sie, während sie Nougat in Backpapier wickelte. Sie hatte recht. Das Selbermachen dauert kaum länger als in den Laden zu fahren – und kostet etwa die Hälfte.
Hinzu kommt: Wenn du weißt, was drin ist, kannst du es auch an deine Familie anpassen. Allergiker? Kein Problem, nimm andere Nüsse. Du magst dunklere Schokolade? Verwende sie einfach.
Das Rezept: 5 Zutaten, 30 Minuten, keine Hexerei
Hier sind die Zutaten für etwa 400 Gramm Nougat:
– 200 g Haselnusskerne, fein gehackt oder gerieben
– 150 g Zucker
– 100 ml Wasser
– 100 g dunkle Schokolade (70% Kakaoanteil), gehackt
– 1 Prise Salz
– Optional: 1 Teelöffel Vanilleextrakt oder 1/2 Teelöffel gemahlene Vanille
Das war’s. Fünf Dinge. Mehr brauchst du nicht.
Die Zubereitung funktioniert so: Zuerst erhitzt du Zucker und Wasser zusammen in einem Topf. Die Mischung wird zu einer dicken Masse – das ist dein Nougat-Fundament. Dann kommen die Nüsse rein, dann die Schokolade, dann ab ins Backpapier.
Schritt-für-Schritt zum Erfolg
Die genaue Anleitung findest du weiter unten. Aber das Prinzip ist: Hitze, Nüsse, Schokolade, Abkühlung. Fertig.
Die genaue Anleitung: Schritt für Schritt
1. Nüsse vorbereiten: Hacke die Haselnusskerne mit einem großen Messer fein, oder reibe sie mit einer Küchenreibe. Sie sollten stückig sein, nicht zu Mehl verarbeitet. Lege sie in eine Schüssel beiseite.
2. Zucker und Wasser erhitzen: Gib 150 g Zucker und 100 ml Wasser in einen schweren Topf. Stelle die Hitze auf Mittel und rühre, bis sich der Zucker auflöst. Dann NICHT mehr rühren – nur beobachten.
3. Auf die Temperatur achten: Die Mischung wird golden, dann braun. Dein Ziel: eine Farbe wie helles Karamell (etwa 160°C). Das dauert 8–10 Minuten. Nimm ein Küchenthermometer – es lohnt sich. Wenn du keines hast: Ein Tropfen in kaltes Wasser sollte hart werden, aber noch biegbar sein.
4. Nüsse untermischen: Schalte die Hitze aus. Gib die gehackten Haselnusskerne schnell in den Topf und rühre zügig um. Die Nüsse werden sich mit dem Karamell verbinden. Rühre etwa 1 Minute lang, bis alles gleichmäßig vermischt ist.
5. Schokolade hinzufügen: Die gehackte dunkle Schokolade kommt jetzt rein. Rühre schnell und gleichmäßig, bis die Schokolade völlig geschmolzen und eingearbeitet ist. Das dauert etwa 2 Minuten.
6. Auf Backpapier gießen: Lege ein großes Stück Backpapier auf eine ebene Fläche. Gieße die Nougat-Masse darauf und glatte sie mit einem Holzlöffel oder einem Teigschaber zu einer Platte von etwa 1,5 cm Dicke. Das geht schnell – die Masse wird schnell fest.
7. Abkühlen lassen: Mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur oder 30 Minuten im Kühlschrank. Danach kannst du es in Stücke schneiden.
8. In Backpapier wickeln: Schneide das Nougat in Quadrate oder Rechtecke und wickle jedes Stück einzeln in Backpapier oder Pergamentpapier ein. So hält es sich 2–3 Wochen.
Wusstest du? Nougat gibt es schon seit dem Mittelalter. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1200 in der arabischen Welt. Haselnussbasiertes Nougat wurde später besonders in Südeuropa beliebt – vor allem in Italien und Frankreich.
| Variante | Geschmack | Haltbarkeit | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Mit Haselnüssen | Klassisch, nussig | 3 Wochen | 30 Min |
| Mit Mandeln | Feiner, süßlicher | 3 Wochen | 30 Min |
| Mit Cashews | Mild, cremig | 2 Wochen | 30 Min |
| Mit Erdnüssen | Kräftig, erdig | 2 Wochen | 30 Min |
Meine Erfahrung
Letzten Sommer habe ich Nougat mit meinen Kindern gemacht – und das war ein Fehler und gleichzeitig das Beste. Der Fehler: Ich ließ meine Tochter die heiße Masse rühren. Nie wieder. Aber das Beste war ihr Gesicht, als die Schokolade schmolz und plötzlich aus Zucker und Nüssen etwas Wundervolles wurde. Seitdem machen wir es jeden Juni. Jetzt darf sie nur noch gucken, aber das ist okay.
Variationen und Geheimtipps für Fortgeschrittene
Einmal das Basis-Rezept beherrscht? Dann experimentiere:
– Mit Espressopulver: Rühre 1 Teelöffel feines Espressopulver zusammen mit der Schokolade unter. Das gibt eine subtile Kaffee-Note.
– Mit getrockneten Früchten: Hacke 30 g getrocknete Kirschen oder Cranberries fein und mische sie mit den Nüssen.
– Mit Meersalz: Bestreue die noch warme Nougat-Platte oben mit einer Prise groben Meersalz. Das ist Geschmacksmagie.
– Mit weißer Schokolade: Ersetze die dunkle Schokolade durch weiße Schokolade (100 g). Das Ergebnis ist süßer und heller.
Der Trick für extra cremiges Nougat: Verwende eine Mischung aus 80 g dunkler und 20 g Kakaobutter. Die Kakaobutter macht es noch geschmeidiger. Du findest sie in Bio-Läden oder online.
Lagerung und Haltbarkeit: So bleibt dein Nougat frisch
Gut verschlossenes, in Papier gewickeltes Nougat hält sich bei Zimmertemperatur 2–3 Wochen. Im Kühlschrank sogar bis zu 6 Wochen. Wichtig: Lagere es nicht neben stark riechenden Lebensmitteln – Nougat nimmt Gerüche auf.
Wenn es anfängt zu verhärten, ist das kein Problem. Schneide es in kleinere Stücke – dann schmilzt es schneller im Mund. Alternativ kannst du es schon etwas härter mögen und es länger lagern.
Mein Tipp: Mache gleich doppelte Menge. Einmal für die Familie, einmal zum Verschenken. In schönem Papier ist selbstgemachtes Nougat das beste Gastgeschenk – billiger als gekauft, persönlicher und ehrlicher.
Unser Fazit
Selbstgemachtes Nougat ist kein Hexenwerk – es ist schneller, günstiger und tausendfach besser als jedes Supermarkt-Produkt. Mit 30 Minuten Zeit und fünf Zutaten schaffst du eine Süßigkeit, die deine Familie lieben wird und die du stolz verschenken kannst.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Haselnusskerne fein hacken und beiseitelegen
- Zucker und Wasser in schweren Topf geben, auf mittlerer Hitze erhitzen (nicht rühren nach dem Auflösen)
- Auf helle Karamelfarbe warten (160°C, ca. 8–10 Minuten)
- Hitze ausschalten, gehackte Nüsse schnell untermischen
- Gehackte dunkle Schokolade hinzufügen und bis zur vollständigen Vermischung rühren
- Auf Backpapier gießen und zu 1,5 cm dicker Platte glätten
- Mindestens 2 Stunden abkühlen lassen (oder 30 Min im Kühlschrank)
- In Stücke schneiden und einzeln in Backpapier wickeln
Expertentipps
- Küchenthermometer verwenden: Die richtige Temperatur (160°C) ist entscheidend. Zu heiß = hart und bröselig; zu kühl = klebrig
- Schnell arbeiten: Nach dem Ausschalten der Hitze zügig mischen – die Masse wird schnell fest
- Backpapier nicht vergessen: Das verhindert Kleben und macht die Lagerung einfacher
- Nüsse selbst hacken: Gemahlene Nüsse aus der Packung werden oft zu fein und machen das Nougat mehlig
- Mit Variationen spielen: Versuche Mandeln, Espresso oder getrocknete Früchte – jede Änderung bringt Neues
- Doppelte Menge machen: Selbstgemachtes Nougat ist das beste Gastgeschenk
Häufige Fehler vermeiden
- Zu lange gerührt vor der Karamellisierung: Wenn du den Zucker nach dem Auflösen weiterstirringst, kristallisiert er und wird körnig. Lösung: Nach dem Auflösen die Hitze erhöhen und nur noch beobachten
- Zu heißes Nougat schneiden: Wenn du sofort schneidest, wird alles klebrig und zerfällt. Lösung: Mindestens 2 Stunden abkühlen – geduld zahlt sich aus
- Die Nüsse zu fein hacken: Nussmehl statt Nussstücke macht das Nougat mehlig und trocken. Lösung: Mit einem Messer hacken, nicht mit dem Mixer


